Sinopsis
Zeit für Wissenschaft ist eine Gesprächsreihe, in der Melanie Bartos mit WissenschaftlerInnen verschiedenster Fachrichtungen an der Uni Innsbruck über das Was? und Wie? ihrer Forschungsarbeit spricht. http://www.uibk.ac.at/podcast/zeit
Episodios
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ZfW_016 - Boden
19/05/2015Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr der Böden erklärt. Als wichtiger, oft aber unterschätzter Faktor in Ökosystemen spielt der Boden auch in der Forschungsarbeit von Michael Bahn eine zentrale Rolle. Der Ökologe interessiert sich für Kohlenstoffkreisläufe, zu denen die Atmung der Böden einen maßgeblichen Beitrag leistet. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt Bahn über seinen vielfältigen, lebendigen und oft zu Unrecht nur als „Schmutz“ bezeichneten Untersuchungsgegenstand. Die Prozesse während der Aufnahme und Abgabe von Kohlenstoff durch die Böden auf unserer Erde sind komplex und bis heute noch nicht im Detail verstanden – besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels. Zur Klärung der offenen Fragen setzt der Forscher vom Institut für Ökologie auf Untersuchungen „im Feld“: Das Klima von morgen simuliert Michael Bahn mithilfe von Zelten, die beispielsweise auf Wiesen der Almen im Tiroler Stubaital aufgestellt werden. Die daraus gewonnenen Daten sollen zur Präzisierung von Klima
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ZfW_015 - Mensch-Tier-Beziehungen
30/04/2015Tiere spielen eine zentrale Rolle in der Arbeit der Erziehungswissenschaftlerin Reingard Spannring. Sie beschäftigt sich mit den komplexen und vielschichtigen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren und bewegt sich damit in dem relativ neuen, aber boomenden Forschungsfeld der „Human-Animal Studies“. Zu Gast in „Zeit für Wissenschaft“ erzählt Spannring über ihr gesellschaftskritisch geprägtes wissenschaftliches Selbstverständnis im Spannungsfeld zwischen ethischen Werten und Objektivität. Die Betrachtung von Mensch-Tier-Beziehungen aus human-, geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive nahm ihren Ausgang im anglophonen Raum und entwickelte sich parallel zur Tierrechtsbewegung. Die interdisziplinären Human-Animal Studies plädieren für eine neue Konzeptionalisierung des Blickes auf Tiere als Lebewesen mit eigenen Erfahrungen, Gefühlen und Interessen. Reingard Spannring interessiert sich für gesellschaftliche Ambivalenzen zwischen empathischer Haustierhaltung und Massentierhaltung und arbeitet vor diese
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ZfW_014 - Parasiten
14/04/2015„Phytomyxea“ lautet die Bezeichnung für jene Gruppe von Parasiten, die die Mikrobiologin Sigrid Neuhauser besonders interessiert. Sie benötigen lebende Wirte wie Pflanzen oder Algen, sind nur wenige tausendstel Millimeter groß und können großen Schaden anrichten. Die einzelligen Parasiten sind beispielsweise für etwa 10 Prozent des weltweiten Ernteausfalls von Kohlgewächsen verantwortlich. In „Zeit für Wissenschaft“ lässt uns Sigrid Neuhauser an ihrer Leidenschaft für Parasiten teilhaben und gibt Einblicke in eine unvorstellbare kleine Welt. Die einzelligen Parasiten aus der Gruppe der Phytomyxea können erst seit einigen Jahren im Detail beobachtet werden. Für die Mikrobiologin weisen diese Parasiten einige erstaunliche Eigenschaften auf, die unter anderem auf ihre evolutionsbiologisch eigenständige Entwicklungsgeschichte zurückzuführen sind. Ihre Untersuchungen führt Sigrid Neuhauser auf genetischer Ebene mithilfe der Floureszenzmikroskopie durch. Links: Projekthomepage PhytomyxID Institut für Mikrobiolog
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ZfW_013 - Postkolonialismus und Geschlechterforschung
07/04/2015Die Begriffe „Macht“ und „Gewalt“ sind zentrale Themen in der Forschungsarbeit von Nikita Dhawan. Seit Herbst vergangenen Jahres ist die Politikwissenschaftlerin Professorin für Politische Theorie mit den Schwerpunkten Frauen- und Geschlechterforschung. In ihren breit gefächerten Interessensgebieten hat sich die Etablierung einer postkolonialen Theorie in den Sozialwissenschaften als besonders Anliegen herauskristallisiert. Nikitia Dhawan versteht sich als „antidisziplinäre“ Wissenschaftlerin. Europäische Vorstellungen und Normen haben sich durch den Kolonialismus weltweit durchsetzen können. Eine Auseinandersetzung mit den bis in die Gegenwart reichenden Auswirkungen hat bisher allerdings kaum stattgefunden, das gilt besonders für den deutschsprachigen Raum. Über diesen Aufholbedarf und die (bislang fehlende) Rolle der Gender Studies im Postkolonialismus spricht die international erfahrene Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan in „Zeit für Wissenschaft“. Nikita Dhawan - Institut für Politikwissenschaft
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ZfW_012 - Gletscher
26/03/2015Auf der Erde gibt es etwa 200.000 Gletscher, deren Bestehen oder Verschwinden in engem Zusammenhang mit den Entwicklungen unseres Klimas steht, die durch den Menschen maßgeblich mitbeeinflusst werden. Für den Klimaforscher assoz. Prof. Dr. Ben Marzeion vom Institut für Meteorologie und Geophysik stehen Gletscher als „Leidtragende“ des Klimawandels im Mittelpunkt des Interesses. Mithilfe von Klima- und Gletschermodellen untersucht der Glaziologe die Entwicklung der Gletscher weltweit in Vergangenheit und Zukunft. Im vergangenen Jahr 2014 konnte der Forscher einen eindeutigen Nachweis für den Beitrag des Menschen zum Abschmelzen der Gletscher bringen. Marzeions Forschungsergebnisse finden internationales Gehör. Ein Gespräch über den Weg von der Ozeanografie zur Glaziologie, über Abenteuer auf Forschungsschiffen und über die Frage, wie sich die Forschungsarbeit in einem Gebiet gestaltet, in der es kaum positive Nachrichten gibt. Links: Ben Marzeion Institut für Meteorologie und Geophysik Studie zur Gletsch
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ZfW_011 - Antiker Kulturkontakt
11/03/2015Eine verlassene antike Stadt am westsizilianischen Berg Monte Iato steht im Mittelpunkt des Forschungsinteresses der Archäologin Birgit Öhlinger. Aufgrund seiner Lage galt der Monte Iato in archaischer Zeit als Knotenpunkt verschiedener Gesellschaften und Kulturen. Die indigene Bevölkerung „vermischte“ sich mit den neuankommenden Griechen und Phöniziern. Durch Grabungen vor Ort versucht die Archäologin herauszuarbeiten, wie kulturelle Kontakte stattgefunden haben und welche gesellschaftlichen Veränderungen sie mit sich brachten. Besondern Fokus legt die Wissenschaftlerin dabei auf Kulte, Rituale und Religion. „Ritual und Religion im archaischen Sizilien. Formations- und Transformationsprozesse binnenländischer Kultorte im Kontext kultureller Kontakte“ lautet der Titel der preisgekrönten Dissertation von Mag. Dr. Birgit Öhlinger Im Rahmen ihrer Tätigkeit als PostDoc-Universitätsassistentin am Institut für Archäologien der Uni Innsbruck vertieft sie die Ergebnisse aus ihrer Dissertation nun weiter. Links: Bi
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ZfW_010 - Literaturarchiv
26/02/2015Zwischen Archiv und Wissenschaft: Ulrike Tanzer ist seit Herbst vergangenen Jahres Leiterin des Innsbrucker Forschungsinstituts Brenner-Archiv. Dieses Archiv besteht seit den 1960er Jahren und gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen österreichischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Der Name des Archivs geht auf die vom Schriftsteller Ludwig von Ficker herausgegebene Kulturzeitschrift „Der Brenner“ zurück , als Vorbild galt „Die Fackel“ von Karl Kraus (und nicht der Gebirgspass). Ulrike Tanzer ist allerdings nicht nur Leiterin des Archivs sondern auch Professorin für österreichische Literatur am Institut für Germanistik. In „Zeit für Wissenschaft“ spricht die Germanistin über ihre Arbeit im Spannungsfeld zwischen Sammeln, Forschen und Vermitteln. Außerdem beantwortet sie die Frage, was sie zur Professorin für österreichische – und nicht etwa für deutschsprachige Literatur - macht. Ein Gespräch über die Herausforderungen der Archiv-Arbeit und der Literaturvermittlung bzw. des „Lesens“ im digitalen „Zeita
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ZfW_009 - Energieeffizienz
09/02/2015„Nur dumme Gebäude brauchen künstliche Intelligenz“ – das sagt Wolfgang Streicher vom Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften. Der Wissenschaftler ist Professor für Energieeffizientes Bauen mit spezieller Berücksichtigung des Einsatzes erneuerbarer Energien. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt Streicher über die Dringlichkeit einer Energiewende, oftmals fehlenden politischen Willen und (scheinbare) Preisprobleme. Und warum beim Hausbau weniger oft mehr ist. Ein möglichst effizienter und kostengünstiger Einsatz von Erneuerbaren Energien in Gebäuden ist das vorrangige Ziel der Forschungsarbeit von Wolfgang Streicher, Professor für Energieeffizientes Bauen an der Uni Innsbruck. Dabei verfolgt Streicher die Vision eines „Lowtech“-Hauses, um den Anforderungen von Nachhaltigkeit, Gesundheit und Umweltschutz Rechnung tragen zu können. Mit dem „Energieausweis“, an dessen Ausarbeitung Streicher beteiligt war, hat die Dringlichkeit und Verbindlichkeit dieser Forderungen einen Namen bekommen. Links: Arbe
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ZfW_008 - Wolken
23/01/2015Wie entstehen Wolken? Eine Antwort auf diese Frage sucht der Physiker Prof. Armin Hansel vom Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Uni Innsbruck in einem Großprojekt gemeinsam mit einem internationalen Team am Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz. Bis heute ist nicht klar, wie sich Aerosole in der Atmosphäre neu bilden und welchen Einfluss deren Bildung auf die (vermehrte) Entstehung von Wolken nimmt. Im Großprojekt CLOUD (Cosmics Leaving Outdoor Doplets) untersucht Armin Hansel die Geburtsstunde der Wolken und trägt dadurch zu einem besseren Verständnis einer der größten Unsicherheitsfaktoren in Klimamodellen bei. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt der Ionenphysiker über seine Arbeit an diesem alltäglichen, aber hochkomplexen Phänomen - an der Grenze des Mach- und Messbaren. Links: CLOUD-Projekt am CERN Arbeitsgruppe Umweltphysik und Ionen-Molekül-Reaktionen Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik
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ZfW_007 - Wasser
22/12/2014Es bedeckt zwei Drittel der Erde und bildet den Grundstoff des Lebens, dennoch birgt Wasser bis heute noch viele Geheimnisse. Mehr als 60 Eigenschaften sind bereits bekannt, die Wasser von beinahe allen anderen Flüssigkeiten unterscheiden und einzigartig werden lassen. Prof. Thomas Loerting vom Institut für Physikalische Chemie der Uni Innsbruck hat sich in seiner Forschungsarbeit dem Wasser verschrieben. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt Thomas Lörting über Wasser, das bei -157 Grad flüssig ist oder bei mehr als 2000 Grad noch nicht schmilzt, d.h. über Wasser als den Verwandlungskünstler schlechthin. Links: Arbeitsgruppe von Thomas Loerting Institut für Physikalische Chemie Aktuelles Paper
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ZfW_006 - Roboter
12/12/2014Roboter lernen lernen: Prof. Justus Piater vom Institut für Informatik forscht mit seiner Arbeitsgruppe „Intelligente Systeme und Interaktive Systeme“ im Bereich der Robotik. Langfristiges Ziel dieser Arbeit sind Roboter, die Menschen in ihrem alltäglichen Leben aktiv und autonom unterstützen können. Der Informatiker im Gespräch über motivierende und / oder beunruhigende Zukunftsszenarien, die Erfüllung lang gehegter Wünsche und die Leidenschaft für die Disziplin der Robotik. Links: Arbeitsgruppe von Justus Piater Institut für Informatik Interaktionsexperiment
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ZfW_005 - Höhlen
20/11/2014Prof. Christoph Spötl vom Institut für Geologie beschäftigt sich mit der jüngeren Erdgeschichte und forscht im Bereich der Quartärforschung. Besonderes Interesse gilt dabei den Höhlen und deren „Klima-Archiv“, den Tropfsteinen. Der Geologe bewegt sich damit im Bereich der historischen Klimaforschung und leistet einen Beitrag für ein besseres Verständnis des Klimas sowie für präzisere Klimamodellierungen. Der Geologe im Gespräch über Höhlen als wertvolle „Datenspeicher“, Gefahren und Potenziale seiner Arbeit. Spötl ist Leiter der Arbeitsgruppe für Quartärforschung am Institut für Geologie der Uni Innsbruck. Der Schauplatz seiner Untersuchungen sind vorzugsweise Höhlen: Spötl analysiert mit seinem Team Höhlenablagerungen wie etwa Tropfsteine und rekonstruiert mit diesen Informationen klimatische Bedingungen vor vielen (hundert)tausend Jahren. Links: Christoph Spötl Arbeitsgruppe Quartärforschung Beispiel einer aktuellen Studie
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ZfW_004 - Privat
10/11/2014Was ist privat? Wo beginnt und endet unsere Privatsphäre? Welche Auswirkungen haben das Internet und Social Media? Leben wir in der Zeit der „Post-Privacy“? Anne Siegetsleitner ist Professorin für Praktische Philosophie und beschäftigt sich unter anderem mit Fragen dieser Art in ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema „Privatheit“. Ein Gespräch mit der Philosophin über ihr vielfältiges Forschungsinteresse, das in zahlreiche Bereiche des täglichen Lebens reicht und auch Gedanken zu Altern und Sterben umfasst. Homepage von Anne Siegetsleitner Institut für Philosophie - Anne Siegetsleitner
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ZfW_003 - Arbeitsmigration
20/10/2014Der Zeithistoriker Prof. Dirk Rupnow über die Geschichte der Arbeitsmigration: In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts schloss Österreich mit der Türkei, dem damaligen Jugoslawien und Spanien angesichts der boomenden Wirtschaft Anwerbeabkommen für Arbeitskräfte. Die Geschichte(n) dieser so genannten „GastarbeiterInnen“ und der nachfolgenden Generationen sind aus historischer Perspektive bis dato kaum aufgearbeitet. Ein Gespräch über eine „Leerstelle“ in der Geschichtsschreibung sowie die Wichtigkeit einer historischen Auseinandersetzung für das bis heute gesellschaftlich brisante Thema. Und warum ein Berliner vielleicht zum Österreicher des Jahres gewählt werden könnte. Link zum im Gespräch erwähnten Projekt mit SchülerInnen: HALL in Bewegung - Spuren der Migration in Tirol "Sparkling Science"-Projekthomepage Homepage von Dirk Rupnow Archiv der Migration
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ZfW_001 - Beruf(ung): WissenschaftlerIn
01/10/2014Dr. Gabriela Edlinger vom Institut für Organisation und Lernen (Fakultät für Betriebswirtschaft) der Uni Innsbruck forscht im Begegnungsraum zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen. Da einer ihrer Schwerpunkte im Bereich der Hochschulforschung liegt, hat sie sich mit der Arbeitgeberin Universität und den Arbeitsumständen der WissenschaftlerInnen beschäftigt. Außerhalb ihrer universitären Tätigkeit ist sie in der „Gemeinwohlkonomie" tätig. Anmerkungen: Ich bemühe mich um eine Verbesserung der Tonqualität. Anmoderation: Fakultät für Betriebswirtschaft (nicht: Betriebswissenschaft)
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ZfW_002 - Techno und Fußball
01/10/2014Der Ethnologe Dr. Jochen Bonz (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie) forscht im Bereich der Kulturanalyse sowie Kulturgeschichte und interessiert sich für Subkulturen und das „Fan-Sein". Ein Gespräch über zwei seiner zentralen Forschungsfelder: elektronische Musik und Fußball.